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Ohrenentzündung beim Hund: Symptome, Ursachen, Behandlung & wann zum Tierarzt

Tiergesundheit · Ohren

Ohrenentzündung beim Hund: Symptome, Ursachen, Behandlung & wann zum Tierarzt

Eine Ohrenentzündung beim Hund (Otitis externa) zeigt sich meist durch häufiges Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, Rötung, unangenehmen Geruch und braunes Sekret. Auslöser sind in der Regel Hefepilze, Bakterien, Ohrmilben oder Allergien. Da eine unbehandelte Entzündung schmerzhaft ist und chronisch werden kann, gehört die Ursache in tierärztliche Hände – zu Hause unterstützen Sie mit regelmäßiger, sanfter Ohrpflege. Dieser Ratgeber erklärt Symptome, Ursachen, den Ablauf der Behandlung und wie Sie vorbeugen.

Lesezeit ca. 10 Minuten · Zuletzt aktualisiert:

Was ist eine Ohrenentzündung beim Hund?

Nahaufnahme in den äußeren Gehörgang eines Hundeohrs

Die mit Abstand häufigste Form ist die Otitis externa – eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Der Gehörgang des Hundes verläuft in einer Art L-Form mit einem senkrechten und einem waagerechten Abschnitt. Dadurch stauen sich Feuchtigkeit, Schmutz und Sekret leichter, und ein einmal gestörtes Ohrmilieu kippt schnell. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sie sich verschlimmern, auf das Mittelohr übergreifen (Otitis media) und chronisch werden – mit dauerhaften Veränderungen des Gehörgangs. Genau deshalb sollten Sie Ohrprobleme früh ernst nehmen.

Symptome: So erkennen Sie eine Ohrenentzündung

Gerötetes Hundeohr als typisches Symptom einer Ohrenentzündung

Hunde zeigen recht eindeutige Anzeichen, wenn die Ohren schmerzen oder jucken. Typisch sind:

  • häufiges Kopfschütteln und Kratzen am betroffenen Ohr;
  • eine schiefe Kopfhaltung zur kranken Seite;
  • Rötung, Schwellung oder Wärme der Ohrmuschel;
  • vermehrtes, oft braunes, schwarzes oder eitriges Sekret;
  • ein deutlicher, unangenehmer Geruch aus dem Ohr;
  • Berührungsempfindlichkeit, Rückzug oder Gereiztheit beim Anfassen des Kopfes.

Schon eines dieser Anzeichen ist ein Grund, das Ohr genauer anzusehen – und bei Schmerz, Geruch oder dunklem Sekret tierärztlich abklären zu lassen.

Ursachen und Risikofaktoren

Übersicht der häufigsten Ursachen einer Ohrenentzündung beim Hund

Eine Ohrenentzündung ist fast immer das Ergebnis aus einem auslösenden Faktor und einem aus dem Gleichgewicht geratenen Ohrmilieu. Die häufigsten Ursachen:

Hefepilze (Malassezien)

Überwucherung der natürlichen Hefen – das Ohr riecht oft säuerlich-gärig, das Sekret ist schmierig-braun.

Bakterien

Bakterielle Infektionen führen meist zu eitrigem, übelriechendem Sekret und stärkerer Entzündung.

Ohrmilben

Vor allem bei jungen Hunden; verursachen starken Juckreiz und trocken-krümeligen, kaffeesatzartigen Belag.

Allergien & Futter

Futtermittel- oder Umweltallergien sind eine Hauptursache wiederkehrender Ohrentzündungen.

Feuchtigkeit

Wasser nach dem Baden oder Schwimmen schafft ein feucht-warmes Milieu, in dem sich Keime wohlfühlen.

Anatomie & Rasse

Schlappohren und stark behaarte Gehörgänge (z. B. Cocker, Pudel) begünstigen Probleme.

Hinzu kommen Fremdkörper wie Grannen, übermäßige oder falsche Ohrenreinigung sowie Grunderkrankungen. Welche Ursache vorliegt, lässt sich von außen oft nicht sicher unterscheiden – das ist Aufgabe der Diagnostik.

Diagnose beim Tierarzt

Tierärztliche Kontrolle des Hundeohrs in der Praxis

Damit die richtige Behandlung gewählt werden kann, muss die Ursache bekannt sein. In der Tierarztpraxis erfolgt das in der Regel so:

  • Otoskopie: Mit dem Ohrenspiegel werden Gehörgang und Trommelfell beurteilt – auch, um Fremdkörper auszuschließen.
  • Zytologie (Abstrich): Eine Probe des Sekrets wird unter dem Mikroskop untersucht, um Hefen, Bakterien oder Milben zu erkennen.
  • Weitere Abklärung: Bei wiederkehrenden Entzündungen wird nach der eigentlichen Ursache gesucht, etwa einer Allergie.

Wichtig: Ob das Trommelfell intakt ist, entscheidet darüber, welche Mittel überhaupt eingesetzt werden dürfen. Das lässt sich zu Hause nicht beurteilen – ein Grund mehr, nicht auf eigene Faust zu behandeln.

Behandlung der Ohrenentzündung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und gehört in tierärztliche Hand. In der Regel umfasst sie:

  • eine gründliche, fachgerechte Reinigung des Gehörgangs;
  • ursachenabhängige Medikamente – je nach Erreger antibakteriell, gegen Hefen oder gegen Milben gerichtet;
  • Mittel gegen Entzündung und Schmerz;
  • bei wiederkehrenden Fällen das Management der Grunderkrankung (z. B. Futterumstellung bei Allergie).

Bitte nicht selbst behandeln: Geben Sie keine Medikamente aus der Humanapotheke und keine Rezepte aus vorherigen Behandlungen ohne erneute Abklärung ins Ohr. Bei verletztem Trommelfell oder falscher Ursache kann das schaden.

Begleitende Ohrpflege zu Hause

Nach Abklingen einer Entzündung und zur Vorbeugung hilft eine regelmäßige, sanfte Ohrpflege, das Ohr sauber und trocken zu halten. Reinigen Sie nur den sichtbaren Bereich, nie mit Wattestäbchen tief im Gehörgang, und immer mit einem für Hunde geeigneten Produkt.

Für die schonende, regelmäßige Pflege eignen sich milde Ohrentropfen wie die Vetiness Ohrentropfen AG mit kolloidalem Silber und Aloe Vera. Bei stärkerem Pflegebedarf oder mehr Ohrenschmalz sind die höher konzentrierten Ohrentropfen AG 200 die gründlichere Wahl. Beide Produkte dienen der äußerlichen Reinigung und Pflege und ersetzen keine tierärztliche Behandlung.

Ohrenentzündung vorbeugen

  • Ohren regelmäßig kontrollieren – so erkennen Sie Veränderungen früh.
  • Nach Baden, Schwimmen oder Regen den sichtbaren Bereich trocken tupfen.
  • Bei Schlappohren und stark behaarten Gehörgängen besonders aufmerksam sein.
  • Eine sanfte, anlassbezogene Ohrpflege in die Routine einbauen – aber nicht übermäßig reinigen.
  • Bei Verdacht auf Allergie die Ursache tierärztlich abklären lassen.

Vertiefende Ratgeber

Zu einzelnen Ohr-Themen haben wir ausführliche Beiträge erstellt:

Häufige Fragen zur Ohrenentzündung beim Hund

Wie erkenne ich eine Ohrenentzündung beim Hund?

Typische Anzeichen sind häufiges Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, eine schiefe Kopfhaltung, Rötung oder Schwellung der Ohrmuschel, vermehrtes braunes oder eitriges Sekret sowie ein unangenehmer Geruch. Oft ist das Ohr berührungsempfindlich. Bei Schmerz, Geruch oder dunklem Sekret sollten Sie tierärztlich abklären lassen.

Was sind die häufigsten Ursachen einer Ohrenentzündung beim Hund?

Am häufigsten sind Hefepilze (Malassezien) und Bakterien. Auch Ohrmilben, Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten, Feuchtigkeit durch Baden oder Schwimmen sowie anatomische Faktoren wie Schlappohren und stark behaarte Gehörgänge spielen eine Rolle. Welche Ursache vorliegt, klärt ein Abstrich beim Tierarzt.

Wie lange dauert eine Ohrenentzündung beim Hund?

Bei rechtzeitiger, ursachengerechter Behandlung bessert sich eine akute Ohrenentzündung oft innerhalb von ein bis zwei Wochen. Chronische oder wiederkehrende Entzündungen können deutlich länger dauern und brauchen ein gezieltes Management der Ursache. Die Behandlung sollte nach tierärztlicher Anweisung zu Ende geführt werden.

Ist eine Ohrenentzündung beim Hund ansteckend?

Die Entzündung selbst ist nicht ansteckend. Sind Ohrmilben die Ursache, können diese auf andere Hunde und Katzen im Haushalt übergehen und sollten mitbehandelt werden. Hefe- oder bakteriell bedingte Ohrenentzündungen werden in der Regel nicht von Tier zu Tier übertragen.

Was kann ich zu Hause gegen eine Ohrenentzündung tun?

Zu Hause können Sie das Ohr im sichtbaren Bereich sauber und trocken halten und mit einem geeigneten Pflegeprodukt sanft pflegen – das ersetzt aber keine Behandlung. Reinigen Sie nie mit Wattestäbchen tief im Gehörgang und verwenden Sie keine Humanmedikamente. Bei Schmerzen, starkem Geruch oder ausbleibender Besserung gehört Ihr Hund in die Tierarztpraxis.

Was passiert, wenn eine Ohrenentzündung nicht behandelt wird?

Eine unbehandelte Ohrenentzündung ist schmerzhaft und kann chronisch werden, auf Mittel- und Innenohr übergreifen und zu dauerhaften Veränderungen des Gehörgangs oder Hörverlust führen. Deshalb sollten Ohrprobleme früh tierärztlich abgeklärt werden.